Kurzdefinition
Predictive Maintenance (deutsch: vorausschauende Instandhaltung) ist eine Wartungsstrategie, bei der der Zeitpunkt einer Instandhaltungsmaßnahme aus dem tatsächlichen Zustand einer Maschine vorhergesagt wird. Sensoren erfassen dazu laufend Betriebsdaten wie Schwingung, Temperatur, Druck oder Stromaufnahme. Algorithmen erkennen darin Abweichungen vom Normalzustand und schätzen ab, wann ein Bauteil ausfallen wird – die sogenannte Restnutzungsdauer (Remaining Useful Life, RUL).
Der Kerngedanke:
Gewartet wird, wenn es nötig ist. Nicht nach Kalender und nicht erst nach dem Schaden.
Abgrenzung zu anderen Wartungsstrategien
| Strategie | Auslöser der Wartung | Datengrundlage |
|---|---|---|
| Reaktive Instandhaltung | Der Ausfall selbst | keine |
| Präventive Instandhaltung | Fester Zeitplan oder Betriebsstundenzähler | Erfahrungswerte, Herstellerangaben |
| Zustandsorientierte Instandhaltung (Condition Based Maintenance) | Ein gemessener Wert überschreitet einen Grenzwert | Ist-Werte in Echtzeit |
| Predictive Maintenance | Eine Prognose, dass ein Grenzwert künftig überschritten wird | Ist-Werte plus historische Daten plus Modell |
Der Unterschied zwischen zustandsorientierter und vorausschauender Instandhaltung wird häufig verwischt.
Er ist aber wesentlich:
Condition Monitoring meldet, dass etwas jetzt auffällig ist.
Predictive Maintenance sagt, wann daraus ein Ausfall wird.
Typische Datenquellen
- Schwingung und Vibration
- Temperatur
- Stromaufnahme
- Druck und Durchfluss
- Steuerungs- und Achsdaten
Für die Übertragung dieser Daten haben sich offene Standards wie OPC UA und MQTT durchgesetzt.
Verwandte Begriffe
Condition Monitoring · OEE · Industrial Internet of Things (IIoT) · Retrofit · Edge Computing · OPC UA
In der Praxis: Wie sich Predictive Maintenance bei bestehenden CNC- und Schneidanlagen konkret umsetzen lässt – inklusive Nachrüststufen, Kosten und Grenzen – zeigt unser Praxis-Guide: Predictive Maintenance für CNC- und Bestandsmaschinen
